Was sind die dutzend Weltanschauungen?

Die dutzend Weltanschauungen, kurz “DWA“, sind zu Beginn eine ganze Menge Begriffe. Geht man jedoch mit etwas Geduld vom einen Begriff zum nächsten, so hat man bald ein System, das einem eine vormals verworrene, widersprüchliche Welt wie ein Buch aufschlagen lässt. Versteht man die Begriffe, und was damit gemeint ist, so wird sich bald einmal vieles zusammen fügen. Es werden aber auch neue Fragen aufkommen. Weil die zwölf Weltanschauungen jedoch umfassend sind, weil sie alle Extreme, alle Widersprüche in einem System vereinigen, werden sich innerhalb der WA für diese neuen Fragen stets auch Antworten finden lassen.

Die dutzend WA sind ein harmonisches System, das sich sowohl aus Widersprüchen wie auch Ähnlichkeiten zusammensetzt. Man kann die WA in einem Kreis anordnen, und was auf diesem Kreis nahe beeinander ist, ist sich ähnlich, und was voneinander weiter entfernt ist, ist sich unähnlich, oder gar oppositionell. Da finden sich z.B. die beiden WA ‘Materialismus’ und ‘Spiritualismus’, und von denen kann man sagen, dass sie wohl Gegenteile darstellen. Auf dem Kreis sind diese beiden einander gegenüber, sie sind oppositionell. Neben dem Spiritualismus findet sich der ‘Pneumatismus’. Der Pneumatismus umschreibt all jene Ideen, Vorstellungen, Ideologien etc, welche sich in einer bestimmten Weise mit dem Göttlichen beschäftigen. Damit gehören die meisten Religionen zum Pneumatismus. Religionen nun haben Ähnlichkeit mit dem Spiritualismus, jedoch sind die beiden Dinge nicht dasselbe, denn der Spiritualismus anerkennt auch andere geistige Wesen, als nur Gott oder Götter und Göttliches. Man kann jedoch sagen, dass der Pneumatismus mit den Religionen dem Spiritualismus weit mehr ähnelt, als einer WA wie dem Materialismus. Aus diesem Grund findet man den Pneumatismus auf diesem Kreis der WA neben dem Spiritualismus, und nicht neben dem Materialismus.

Zum Pneumatismus wird man auch wieder eine Opposition finden. Und dann wird man einen weiteren, ähnlichen Nachbarn des Pneumatismus finden, und auch für diesen haben wir dann wieder eine Opposition. Zum Schluss hat man all die WA, die alles abdecken, was der Mensch mit seinem Geist tun, erdenken, sich vorstellen kann. Alltägliche Dinge, wie das Binden der Schuhe, oder morgendliche Hygiene, findet weniger Entsprechung in den WA. Aber es ist auch nicht so, dass man nur über komplizierte Schriftwerke etwas über eine WA lernen kann. WA haben überhaupt nicht die Bedingung, kompliziert sein zu müssen. Oftmals wird es in den hohen Schriften nur kompliziert, wenn eine WA an einem Ort, wo sie nicht angebracht ist, Antworten geben will. Kann eine einfache Sprache nicht gebraucht werden, so ist da der Verdacht, dass der Autor die Sache womöglich selber noch nicht ganz so richtig begreift, und sich durch verworrene Begriffe instinktiv Kritiker vom Hals hält, weil es sich kein Mensch antun will, seine Sprache zu entziffern. Ein Materialist hat schon genug Mühe mit dem Spiritualismus, wenn sich da noch eine kryptische Sprache findet, so werden sich eher jene mit dem Werk beschäftigen, welche sich aus positiven Gründen mit dem Spiritualismus beschäftigen. Das ist auch für alle anderen WA wahr, nicht nur für den Spiritualismus.

Solche Dinge dürfen einen nicht von den dutzend WA abschrecken. Dafür ist diese Webseite da: hier findet man einen Weg zu den WA, der recht einfach beginnt und gemächlich an Komplexität (aber hoffentlich nie an Kompliziertheit) zunimmt. Hier werden grosse Schriftsteller bestimmter WA am einen Ort vereinfacht vorgestellt, an anderen Orten kritisch betrachtet. Hier finden sich aber auch Gedichte und (bald einmal) Bilder zu den WA. Der Weg geht vom Visuellen nach und nach zum Intellektuellen. Dafür findet sich hier die Einteilung in die drei Rubriken: Präsentation, Kontemplation und Kontention. Präsentation zeigt die WA in eher bildlicher Sprache, und bei Kontention gehen die Inhalte etwas mehr in die Tiefe. Die Rubrik Kontemplation findet sich zwischen den beiden, da finden sich allerlei Gedanken zu den WA, ohne aber kritisch zu sein.

Man lasse sich nicht entmutigen, wenn man zu Beginn kaum WA in der Welt vorfindet. Aller Anfang ist schwer, und es ist eine Übung, den Reichtum der WA in der Welt wieder zu finden. Es ist jedoch ein Reichtum, der auch im eigenen Inneren etwas aufwachen lässt. Die WA kennen zu lernen ist auch Kennenlernen des eigenen Selbst, und solche Dinge gebrauchen Zeit. Über die WA zu lernen ist ein Erkenntnisweg, für den sich kaum ein Vergleich findet. Gibt man sich selbst die Zeit, die Erkenntnisse, die in einem schlummern, zu finden, so schliessen sich einem Erkenntnisse über die Welt tatsächlich auf. Welterkenntnis und Selbsterkenntnis gehen stets nebeneinader her. Wer nun denkt, dass sich einem durch das Lesen einiger Bücher oder Artikel bald einmal die WA zeigen sollten, der wird wohl enttäuscht. Wäre Selbsterkenntnis so einfach, so gäbe es nicht hunderttausende von Selbsthilfebüchern zehntausender Autoren. Wer die WA aber als eine Lösung zu irgend einem Problem das man hat, sieht, der ist bei den WA am falschen Ort. Da findet sich keine Lösung. Die hier zu findende Bereicherung lässt sich kaum auf das gewöhnliche Leben übertragen. Die WA sind für jene interessant, welche Erkenntnis suchen. Wer mit dem gewöhnlichen Leben Mühe hat, sollte sich eher erst einmal auf jenes Leben konzentrieren, als hier Ablenkung zu suchen.

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steinerschüler

Eine WA für einen, alle WA für alle.