Korona 03 Hypothesen

In der Einleitung und in den Prämissen wird es bereits erwähnt, wie schwierig es durch die Vielfältigkeit gültig anwendbarer WA ist, bei Korona auf den Kern der Sache zu kommen. In diesem Artikel geht es nicht nur darum, Hypothesen darüber zu erstellen wie sich die Sache verhält, sondern auch, warum sich Schwierigkeiten finden.

Etwas, das zu vermeiden an dieser Stelle vielleicht noch erwähnt werden sollte, ist, dass nicht mit Worten das Ausmass einer Sache zu verschleiern oder zu übertreiben versucht werden soll (‘Sophistik’). So ist ein Wort wie ‘Faktenprüfer’ nichts mehr als ein unehrliches rhetorisches Stilmittel, und Namen wie ‘Rechtsextreme’ oder ‘Faschisten’ für Gegner, die von diesen selber nicht verwendet werden, sind Misrepräsentationen, welche oftmals nur die eigene extreme Haltung rechtfertigen sollen. Wer sich argumentativ auf diese Ebene stellt, und auf einen solchen Stil besteht, dessen Argument braucht von niemandem beachtet zu werden. Auf Twitter und selbst in den Zeitungen übernehmen solche Strohmannargumente, die aus eigener Schwäche oder Unkenntnis um guten Stil allein das Schlechteste der Gegenseite beachten können, die Diskussionen wie ein Unkraut.

Auch wenn es sich stets wie ein Vorrecht ausnehmen mag, eine prägnante, scharfe Kritik zu äussern, solches sollte doch jenen vorbehalten sein, die sich am besten mit einer Sache auskennen. Die Hypothesen in den folgenden Artikeln beschränken sich somit hoffentlich auf das Wichtige, und nicht lediglich auf das Einfache. Es wird keine systematische Kritk an den politischen Entscheidungen zu Korona geäussert, genausowenig wird die Moralität solcher systematisch kritisiert. Es finden sich vielmehr die einfachen Punkte aufgeführt, die hoffentlich am meisten Gewicht haben.

Allgemein schlechter Stil

An der Art wie andere Menschen Meinungen vertreten, finde ich mich oftmals in eine Ecke gedrängt, wo ich meine, mich darin verteidigen zu müssen, dass ich jene Meinung nicht in der dargestellten Art hinnehmen kann, und ich beginne, eine Meinung zu vertreten, die sich vor allem durch ihre Andersartigkeit auszeichnet, als etwas sonst. Wenn also jemand z.B. die bekannteste Einseitigkeit aus einer Zeitung repetiert, so wird in jedem Widerspruch implizit danach gefragt, wodurch sich der Widerspruch begründet. Und anstatt den vermuteten fehlerhaften Gedankengang, wie die ‘falsche Auswahl’, aus einer Metaebene heraus zu erklären, gebe ich fast instinktiv oftmals meine alternativen Quellen an, was mich argumentativ stets auf ein dünnes Eis stellt. Ich glaube, dass ich dies tue, weil allein die unsubstanziierte Vermutung und deren Erklärung – dass sich in einer bestimmten Aussage Ungenauigkeiten bestimmter Art verbergen – zu wenig Griffbares findet, und es etwas Abgehobenes hat, stets nur aus einer hinterfragenden Sphäre heraus zu kritisieren. So behandle ich andere Menschen mit mehr Respekt, oder meine zumindest dies zu tun, wenn ich spezifisch bin, gleichzeitig behandle ich andere Menschen dann in einer Art, die eine Gewissheit suggeriert, die eigentlich nicht vorhanden ist, und die mich bei anderen Menschen wiederum irritiert, wenn sie damit mir gegenüber treten. Wenn mein Argument also immerzu zum Verlieren verdammt ist, so ist es dennoch lehrreich zu sehen, wo es trotz der reputativen Schwäche der jeweiligen Quelle als erstes zusammenfällt, aber es ist damit gleichzeitig auch stets unbefriedigend, mit anderen Menschen Argumente auszuauschen, weil ich nicht weiss, wie ich sprechen kann, ohne in einem Extrem zu landen, das ich nicht vertreten möchte.

Dies fassen wir unter dem ‘Strohmann-Argument’ zusammen. Die Verwandlung eines legitimen Arguments in einen Strohmann nennen wir ‘Verstrohisierung’. Vom Strohmann finden sich drei Typen:

  1. Auslassungsstrohmann: Fokus auf spezifische, wenig relevante Aspekte eines oppositionellen Arguments.
  2. Misrepräsentationsstrohmann: Zitierungen ohne relevanten Kontext oder in einer Weise, dass sich der Kern der eigentlichen Aussage ändert.
  3. Verzerrungsstrohmann: Unangemessene Vereinfachung, unangemessene Generalisierung oder Übertreibung eines oppositionellen Arguments.

Das Erstellen eines Strohmannes ist der Versuch, die andere Seite und deren Haltung als schwach darzustellen, indem deren Absichten, Ansichten und Argumente in abwertender Weise präsentiert werden. Danach werden jene schlechten Argumente bekämpft. Dies wird getan, weil es einfacher ist ein schlechtes Argument zu bekämpfen, als ein gutes.

Falsche Methode

Die Koronakrise ist auch eine Lektion in der Bedeutung der Methode. Was für das Verstehen der Natur des Virus Sarskov und der Erkrankung K19 während der Pandemie durch Behörden der meisten westlichen Länder angewendet wurde, ist Rationalismus auf Grundlage mathematizistischer Daten (Statistik). Was nicht angewendet wurde, ist z.B. ein holistisches (ganzheitliches) Menschenbild. Korona hat sich, wie wir in späteren Artikeln sehen werden, durch die Demographien, Varianten und Symptome als dynamistisch erwiesen. Jede Massnahme einer jeden Region hatte andere Auswirkungen auf Korona, und die Messresultate sind sehr schwer einzugrenzen. Das Messen erwies sich als kompliziert, weil stets Dinge nicht gemessen werden konnten, und das Nichtgemessene durch die dynamistische Natur des Phänomens stets unterschiedlich war. Dies ist allerdings für Epidemien und Pandemien generell wahr, selten sind sie jedoch derart beweglich und anpassungsfähig, wie z.B. durch die Unterschiede zwischen der Delta- und der Omikronvariante erkenntlich wurde. Der Rationalismus ist als Methode nicht die beste für medizinische Studien, aber es ist dies die Weltanschauung mit der bisher gründlichsten Erkenntnistheorie, und so wird der Raitonalismus heute für praktisch jede Wissenschaft ausserhalb der Geisteswissenschaften angewendet.

Dennoch scheint ein bedeutender Teil der Gefahrenanalyse zu Korona auf Daten zu bestehen, die folgendes Problem in sich tragen: was von Daten wiedergegeben wird, ist ein Vorurteil zugunsten des Vorhandenen. Das bedeutet, dass das Nichtvorhandene in den Daten tendentiell weniger beachtet und dadurch unterschätzt wird. Werden Studien nach den besten Standards der Statistik erstellt, so muss die Interpretation der Daten genügend ruhig geschehen, dass immer auch erkannt wird, was nicht gesagt wird. Das ist schwieriger als man denkt, besonders wenn die Zeit drängt, und man das Gefühl hat, sich keinen Fehler leisten zu können. In einer solchen Situation wird mit Massnahmen und Vorsicht lieber zu weit gegangen, als zu wenig weit. So kommen wir zu einem Widerspurch: in Statistik geübte Analysten interpretieren durch ihr Training die Realität, selbst dort wo sie offensichtlich ist, allein durch das Quantifizierbare 1, und nicht durch direkt vor einem befindliche Erscheinungen. Daten sollen das Reale ergänzen, wenn sie aber die Grundlage unseres Verständnisses des Realen ausmachen, wird all jenes ausgelassen, das sich schlecht oder gar nicht in Datenform darstellen lässt.

Falscher Umgang mit Vorurteilen

Das Wort ‘Vorurteil’ (‘Bias) hat einen sehr schlechten Ruf, ihm wird nachgesagt, dass es dort, wo es in der Praxis auftritt, die Sicht auf die Dinge verzerre. Das Vorurteil sollte jedoch als etwas verstanden werden, das unausweichlich ist, wo auch immer wir jeglichste Art von Kategorie anwenden. Wir haben als Erwachsene stets verschiedene Kategorien vor Augen, an die wir uns zum Verständnis der Welt gewöhnt haben, und die Dinge passen dazu oder sie tun es nicht. Wenn Erscheinungen nicht in unsere angewohnten Kategorien passen, so drückt man die Dinge in Kategorien, zu denen sie nicht passen, oder man verwirft sie als falsch, oder man passt die eigenen Kategorien an, oder man tut nichts und versucht die Widersprüche zu integrieren. Stellt man die Kategorien unter die, oder nach den, Erscheinungen, so sind wir nicht mehr beim Vorurteil, sondern beim einfachen Urteil. Dies ist die Induktion, oder das aposteriori Urteilen, das Urteil das nicht darüber spekuliert was wahrgenommen werden wird, sondern was auf das Wahrgenommene folgt.

Es lässt sich mit diesem Verständis um das Wort Vorurteil jenes in gute und in schlechte Vorurteile einteilen. Gute Vorurteile sind nützliche Kategorien, die sich von der Realität repräsentiert sehen. Es muss dies nicht bedeuten, dass sie für immer gute Vorurteile sein müssen, denn sie können durch sich ändernde Umstände auf einmal auch unangemessen werden. Schlechte Vorurteile sind hingegen jene, die unsere Sicht eingrenzen, und vom Realen, vom Idealen oder wovon auch immer, etwas wegnehmen. Das schlechte Vorurteil ist eines, das unserem Verständnis vom Wirklichen oder vom Wahren eingrenzt, anstatt uns zu dienen.

Unter Wissenschaftlern, wo Objektivität als ein hohes Gut angesehen wird, sind Vorurteile zu vermeiden. So verlassen sich Wissenschafter auf jene Methode, welche am unabhängigsten von Vorurteilen ist, und dies ist die Methode die sich von unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Vorurteilen gleichsam verifizieren lässt, dem empiristischen Mathematizismus – respektive in Beziehung gesetzte Daten. Das Problem das damit entsteht, ist, dass man sich nicht mit den Vorurteilen beschäftigt, sondern sich auf die Methode verlässt. Der falsche Umgang mit Vorurteilen führt so zu einer einseitigen Methode.

Falsche Auswahl

Die ‘falsche Auswahl’ ist eine häufige Ursache ‘kognitiver Dissonanz’. Die falsche Auswahl geschieht wiederum durch eine ‘Ankerung’ 2. Wer mehr über Denkfehler wissen möchte, findet unter diesem Link den Anfang einer längeren (nicht umfassenden) Auflistung.

Die falsche Auswahl ist eine der vielen Schwierigkeiten des Denkens, wo wir im Streben nach Resultaten unabsichtlich Kategorien erstellen, nach denen wir eine Untersuchung anstellen wollen. Was wir dann tatsächlich untersuchen, ist unser Talent Kategorien zu erstellen. Die falsche Auswahl ist ein Denkfehler, der sich bei Korona z.B. bei den Gentherapien gezeigt hat.

Falsche Vorstellungen

Axiomfehler

Ein Axiom ist eine Grundlage, auf dem alles aufbaut. Sie ist mehr als eine Annahme, eher etwas das so grundlegend ist, dass es nicht bewiesen oder widerlegt werden kann, oder aus anderen Gründen angenommen werden muss.

Die Axiomfehler betreffen bei Korona die Vorstellungen zum Wesen von Wahrheit. Wenn mit einer Gewissheit gesprochen werden will, so können bestimmte Dinge nicht angesprochen werden. Dies ist verständlich, denn man kann nicht immer in die Tiefen der Philosophie hinuntergraben, und bei Seinsfragen beginnen. Wenn aber Dinge gesagt werden, wie “die Wissenschaft ist hier festgelegt”, so öffnet man das Tor für Grundsatzfragen.

Wissenschaft ist nicht festgelegt, dies widerspricht den Grundsätzen von Wissenschaft. Es gibt Fragen, mit denen man sich nicht mehr sonderlich beschäftigt, weil sich auf höherer Ebene spezifischere Fragen finden, die untersucht werden wollen. Das Wesen der Wissenschaft hat die Eigenschaft, dass es sich nicht kümmert, was die Wissenschaft tut. Es verändert sich nicht, wenn die Wissenschaft etwas weiss, oder etwas nicht weiss. Es kümmert sich nicht darum, ob es für die Wissenschaft überhaupt wissbar ist, ob es beweisbar ist, ob es denkbar ist, all diese Dinge kümmern es nicht. Das Wissen kann sich nicht kümmern, und es liegt an uns, die richtigen Werkzeuge und die richtige Geistesverfassung zu bringen, wenn wir ein Thema studieren. Zu sagen, dass es “gefestigt” oder dergleichen sei, ist ein Hinweis auf eine Unsicherheit oder einen Glauben jener, die irgendwas durchsetzen wollen.

Prämissenfehler

Wo in einem Gedanken der Anfang gemacht wird, wird die Richtung vorgegeben, nach der alles Folgende geht. Manche Philosophen verbringen ihr ganzes Leben damit, den ‘richtigen’ Anfang zu finden, und es sind diese Vorhabungen etwas vom Tiefsinnigsten, das man lesen kann. Bei Korona wurde (in westlichen Ländern) der Anfang bei den Infektionszahlen gemacht, bei den Inzidenzen. Die Inzidenzen sind ein Vergleich neuer Ansteckungen relativ zu einem früheren Zeitpunkt, wie eine Woche, oder einem Monat. Als Ziel wurde definiert, auch wenn dies vielleicht nicht ausdrücklich gesagt wurde, dass die Infektionszahlen verringert werden sollten. Dies war der falsche Anfang, denn der Anfang hätte sein sollen, Hospitalisierungen zu verringern, nicht Infektionszahlen. Dies scheint vielleicht eine kleinliche oder nichtige Unterscheidung zu sein, da das eine zum anderen zu führen scheint, die Implikationen einer jeweiligen Grundannahme sind jedoch bedeutend. Dass die falsche Prämisse zu völlig anderen Massnahmen führte als eine bessere Prämisse, dass Massnahmen die Verringerung von Hospitalisierungsraten zum Ziel haben sollten, dies wird unter ‘Korona 09 Prävention und Behandlung’ näher betrachtet.

Falsche Vorstellungen zur Opposition

Ein leides Thema muss an dieser Stelle aufgewärmt werden. Es ist dies der ehemalige amerikanische Präsident Donald Trump. Er hat als eine Persönlichkeit einen gewaltigen Widerstand wie auch bedeutsame Unterstützung erfahren, und dies polarisierte die amerikanische Bevölkerung wie noch nie zuvor. Jeder Satz von ihm war in den Augen der Öffentlichkeit für die einen das Widersinnigste, für die anderen ein Gospel. Die daraus folgende Aufregung führte zu Schlüssen, die sich danach richteten, ob sie ihm und dessen Nonsens widersprachen, oder nicht. Die Schlüsse die zu Beginn von Korona von den Menschen gezogen wurden, leiten sich direkt davon ab, wie sie zu jenem Präsidenten standen. Je mehr sich ein Amerikaner gegen ihn wehrte, desto unausweichlicher war es, seine Aussagen als eine Ankerung zu verwenden, und alles Folgende darauf aufzubauen, besonders wenn man zu ihm in Opposition stand, er hatte eine solche suggestive Wirkung auf die Menschen. Von da aus wurde von amerikanischen Gesundheitsbehörden ausgefeilt, wie sich die Politik verhalten sollte, und dies wurde kurz danach von den Europäern übernommen, in vielen Fällen in noch extremer.

Demokratie, nicht Wissenschaft

In anderen Worten: Politik, nicht Wissenschaft.

Ein gravierendes, sehr weit verbreitetes Problem der Überlegungen zu Korona ist das ‘Ausmass der Risikominimierung’, das praktisch überall zu Schlüssen führte, die zwar vorgängig eine erhöhte Vorsicht bewirkte, jedoch während dem Ansteigen von Fallzahlen eine präzise Evaluation verhinderte (auch problematisch: Fallzahlen waren Infektionen, nicht Erkrankungen). Die Konsequenz waren und sind Übertreibungen durch die gesamte – auch wissenschaftliche – Literatur. Die Übertreibungen zu identifizieren ist mir zu viel, wodurch ich diese berücksichtigen muss, auch wenn es die Untersuchung verzerrt. Was ich jedoch anfügen kann, sind die Eindrücke jener Fachärzte, die persönlich erlebt haben, wie sich das Virus an ihren Patienten zeigte, und die in ihrer über Jahre angelernte diagnostische Methode einen kühlen Kopf bewahrten. Solche Eindrücke finden jedoch nicht den Weg in Studien, die unsere primäre Quelle sind, da sie als Anekdoten gewertet werden, neben allen anderen Anekdoten auf sozialen Medien, die sich finden.

Im politischen Denken findet sich unter jenen Politikern, die sich als das öffentliche Interesse vertretend sehen, der Anspruch an sich selbst, den Menschen etwas zu geben nach dem sich diese richten können. Ob das gut oder schlecht ist, kann ich nicht beantworten, es hat bis zu einem Punkt für den Menschen der Gegenwart bestimmt seine Berechtigung. Jedoch folgen daraus auch Massnahmen, die erstens dazwischen abwägen, was die Menschen sich wünschen, und was sie gebrauchen, und nicht z.B. danach, was dem einzelnen die Möglichkeit lässt, unabhängig von einer Gruppe oder Gemeinschaft für sich selbst Entscheidungen zu treffen. Zweitens geht der Fokus weg von den tatsächlichen Notwendigkeiten der Gesellschaft, hin zu den Wünschen einer ungefähren Mehrheit. Gerade in demokratischen Systemen versuchen sich pflichtbewusste Politiker eher danach zu richten, was die Bevölkerung als Ganzes am besten repräsentiert. Im Falle der Koronakrise gab es nun eine Vielzahl an Massnahmen, die aus jenem Willen entstanden, und nicht daraus, was von der Wissenschaft (kein einheitliches Ding) gesagt wurde. Dies ist daran zu erkennen, dass die Massnahmen weniger den wissenschaftlichen Ergebnissen nicht entsprechen, und mehr dem Willen der Mehrheit, respektive dem Willen jener extremen Haltung, die lautstärker ist. Die Prämissen passen sich dem ‘aktuellen Wissensstand’ an (Torpfostenverschieberei), die Ausrichtung einfacher Massnahmen wie Desinfektion und Maskentragen, scheinen hingegen in Granit gemeisselt. Es wurde wohl angenommen, dass als erstes das Sicherheitsgefühl der Menschen befriedigt werden müsse, selbst wenn die Massnahmen nicht allesamt notwendig waren, mit dem indirekten Vorteil, dass Sarskov entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse zusätzlich eingeschränkt werden könnte.

Es geht als Ganzes nicht darum, mit dem ‘Vorteil des Rückschlusses‘ zu belehren, sondern darum, die in der Gegenwart noch immer präsenten Massnahmen, die sich aus jenen falschen Prämissen ergaben, zu überdenken und abzuschaffen, und an deren Stelle Massnahmen zu gestalten, die dem Wohl der Menschen dienen, und ihnen bereits dort helfen, wo noch keine Spitaleinweisung notwendig ist, auf dass eine solche auch später nicht notwendig wird.

Falsche Schlüsse

Es finden sich mittlerweile unzählige Beispiele falscher Schlüsse, die sich aus beeilter Berichterstattung ergaben, welche im Schnitt aus wissenschaftlichen Kreisen in ihren Empfehlungen zu Vorurteilen verleitete, die sich später als falsch erwiesen. Die Vorurteile, die aus der Ungewissheit zu Beginn der Pandemie vorherrschten, verleiteten dazu, im Zweifelsfall lieber vom schlimmen Szanario auszugehen, um die Krise nicht zu unterschätzen. Ein solches Beispiel sind die ersten Daten zu Todesfällen in Wuhan anfangs 2020, welche die Situation weitaus schlimmer darstellten, als sie tatsächlich war. Dann kamen die Daten aus den italienischen Altersheimen (hier die nach unten korrigierten Daten in englisch, hier in italienisch), die Statistiken aus Tschechien usw. Darauf wird im nächsten Artikel näher eingegangen (Artikel 4, ‘Virus, Krankheit und Mortalität’) Die daraus resultierenden politischen Massnahmen blieben zumindest im deutschen Raum jedoch mehrheitlich bestehen, oder wurden weiter eskaliert. Von der ‘Infektion über Oberflächen’ und dem Händeschütteln, über der ‘Infektion über Aerosole’ und dem Maskentragen, bis hin zu den Impfzertifikaten und freiem Reisen, haben sich die Daten grundlegend geändert. Aus den rückblickend als falsch zu beurteilenden Schlüssen werden dann weitere falsche Schlüsse gezogen. So wurde und wird bis heute z.B. aus den positiven Implikationen durch Impfzertifikate fälschlicherweise geschlossen, dass jene Menschen ohne Zertifikate durch deren Restriktionen eine grössere Gefahr darstellen, als jene mit. Der Gedanke ist: warum dürfen Zertifizierte frei reisen und Nichtzertifizierte nicht, wenn von beiden ein ähnliches Risiko ausgehen würde? Der Grund sind Fehlschlüsse, die nicht erkannt, ignoriert oder nicht zugegeben werden. Die Themen Herdenschutz und natürliche Immunität wurden zugunsten des Durchimpfens im öffentlichen Dialog mehr oder weniger aufgegeben, andere Themen wie Prävention durch anderes als das Impfen, sowie Frühbehandlungen (vor der Hospitalisierung) wurden nie ernstlich erwogen (durch eine Palette schwer nachvollziehbarer Gründe).

Medien haben sich als unfähig erwiesen, die Aussagen der Wissenschaft nuanciert wiederzugeben, die Politiker haben sich als unfähig erwiesen, die groben Aussagen der Medien richtig zu interpretieren, und die Wissenschaftler haben sich als unfähig erwiesen, sich von den Politikern und deren Folgern abzugrenzen oder sie zu korrigieren. Und dann sind wir wieder bei den Medien, und wir haben ein Karussell sich ableitender Schweigsamkeit, Inkompetenz und schliesslich Verblendung, das sich mit jedem Nachrichtenzyklus verschlimmern würde, wenn nicht zwischendurch unabhängige Stimmen zu Wort kämen. All dies beginnt bei den falschen Prämissen, dem Loslaufen vor dem Reflektieren. Die richtige Reihenfolge ist: überlegen, reflektieren und prüfen, dann beschleunigen – nicht umgekehrt. Es ist ein Fehler den alle machen, die wenigsten bemerken, und die allerwenigsten im Wiederholungsfall zu vermeiden wissen.

Dokumente

Dokument 1.

Dokument 2.

Article Writter By

steinerschüler

Eine WA für einen, alle WA für alle.