Die kleine Vorstellungsrunde: Monadismus

Das Wort Monadismus ist kaum bekannt, die Idee dahinter leuchtet einem jedoch schnell ein. Und man wird merken, wie es kein anderes Wort gibt, das die gleichen Dinge in sich verbinden kann – dass es aber einen grossen Nutzen hat.

Wie will man es benennen, wenn man das Charakteristische einer Sache oder eines Lebewesens meint, das dem zu benennenden Wesen am meisten gleichkommt, ohne es aber als Geist bezeichnen zu müssen, oder nur die Materie zu beschreiben? Man denke es sich z.B. wie den Kopf eines welkenden Löwenzahn, dessen Samen ihm wie elektrisierte Haare in alle Richtungen abstehen. Man sieht nur eine graue, luftige, auf Wind wartende Kugel, das Innere aber sieht man nicht. Eine Kugel hat man aber auch nicht vor sich, das Vorhandene geht vom Inneren aus, um einen etwas holprigen Vergleich zu machen. Es spielt für den Monadismus keine Rolle, wie sich die Hülle einer Sache darstellt, wichtiger sind ihm tiefe Wesenszüge, die Eigentümlichkeiten einer Sache, vor allem anderen.

Setzt man die verschiedenen eigentümlichen Züge zu einer Einheit zusammen, so hat man etwas, das ohne ein Gleiches dasteht, man hat etwas Einmaliges. Das ist dann die Monade: das Unkopierbare, das Unikate, das Einzige, Einzelne. Es ist wie ein Punkt in der Mitte der jeweiligen Sache drinnen, die alle nach aussen führenden Eigenschaften in sich zusammen fasst, und da zu etwas Individuellem vereinigt. Dieser Punkt, obwohl immerzu unsichtbar, ist nicht wegzudenken, ohne alle Eigenschaften einer Sache gleichsam weggedacht zu haben.

Der Monadismus ist der erste Schritt vom Geistigen zum Wahrnehmbaren, zum Weltlichen, auch wenn er sich, wie auch der Spiritualismus, nicht zusammen mit der Materie zeigen kann.

Weiterführendes: Was der Monadismus nicht ist.

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steinerschüler

Eine WA für einen, alle WA für alle.