Korona 03 Hypothesen

In der Einleitung und in den Prämissen wird es bereits erwähnt, wie schwierig es durch die Vielfältigkeit gültig anwendbarer WA ist, bei Korona auf den Kern der Sache zu kommen. In diesem Artikel geht es nicht nur darum, Hypothesen darüber zu erstellen wie sich die Sache verhält, sondern auch, warum sich Schwierigkeiten finden.

Etwas, das zu vermeiden an dieser Stelle vielleicht noch erwähnt werden sollte, ist, dass nicht mit Worten das Ausmass einer Sache zu verschleiern oder zu übertreiben versucht werden soll (‘Sophistik’). So ist ein Wort wie ‘Faktenprüfer’ nichts mehr als ein unehrliches rhetorisches Stilmittel, und Namen wie ‘Rechtsextreme’ oder ‘Faschisten’ für Gegner, die von diesen selber nicht verwendet werden, sind Misrepräsentationen, welche oftmals nur die eigene extreme Haltung rechtfertigen sollen. Wer sich argumentativ auf diese Ebene stellt, und auf einen solchen Stil besteht, dessen Argument braucht von niemandem beachtet zu werden. Auf Twitter und selbst in den Zeitungen übernehmen solche Strohmannargumente, die aus eigener Schwäche oder Unkenntnis um guten Stil allein das Schlechteste der Gegenseite beachten können, die Diskussionen wie ein Unkraut.

Auch wenn es sich stets wie ein Vorrecht ausnehmen mag, eine prägnante, scharfe Kritik zu äussern, solches sollte doch jenen vorbehalten sein, die sich am besten mit einer Sache auskennen. Die Hypothesen in den folgenden Artikeln beschränken sich somit hoffentlich auf das Wichtige, und nicht lediglich auf das Einfache. Es wird keine systematische Kritk an den politischen Entscheidungen zu Korona geäussert, genausowenig wird die Moralität solcher systematisch kritisiert. Es finden sich vielmehr die einfachen Punkte aufgeführt, die hoffentlich am meisten Gewicht haben.

Allgemein schlechter Stil

An der Art wie andere Menschen Meinungen vertreten, finde ich mich oftmals in eine Ecke gedrängt, wo ich meine, mich darin verteidigen zu müssen, dass ich jene Meinung nicht in der dargestellten Art hinnehmen kann, und ich beginne, eine Meinung zu vertreten, die sich vor allem durch ihre Andersartigkeit auszeichnet, als etwas sonst. Wenn also jemand z.B. die bekannteste Einseitigkeit aus einer Zeitung repetiert, so wird in jedem Widerspruch implizit danach gefragt, wodurch sich der Widerspruch begründet. Und anstatt den vermuteten fehlerhaften Gedankengang, wie die ‘falsche Auswahl’, aus einer Metaebene heraus zu erklären, gebe ich fast instinktiv oftmals meine alternativen Quellen an, was mich argumentativ stets auf ein dünnes Eis stellt. Ich glaube, dass ich dies tue, weil allein die unsubstanziierte Vermutung und deren Erklärung – dass sich in einer bestimmten Aussage Ungenauigkeiten bestimmter Art verbergen – zu wenig Griffbares findet, und es etwas Abgehobenes hat, stets nur aus einer hinterfragenden Sphäre heraus zu kritisieren. So behandle ich andere Menschen mit mehr Respekt, oder meine zumindest dies zu tun, wenn ich spezifisch bin, gleichzeitig behandle ich andere Menschen dann in einer Art, die eine Gewissheit suggeriert, die eigentlich nicht vorhanden ist, und die mich bei anderen Menschen wiederum irritiert, wenn sie damit mir gegenüber treten. Wenn mein Argument also immerzu zum Verlieren verdammt ist, so ist es dennoch lehrreich zu sehen, wo es trotz der reputativen Schwäche der jeweiligen Quelle als erstes zusammenfällt, aber es ist damit gleichzeitig auch stets unbefriedigend, mit anderen Menschen Argumente auszuauschen, weil ich nicht weiss, wie ich sprechen kann, ohne in einem Extrem zu landen, das ich nicht vertreten möchte.

Dies fassen wir unter dem ‘Strohmann-Argument’ zusammen. Die Verwandlung eines legitimen Arguments in einen Strohmann nennen wir ‘Verstrohisierung’. Vom Strohmann finden sich drei Typen:

  1. Auslassungsstrohmann: Fokus auf spezifische, wenig relevante Aspekte eines oppositionellen Arguments.
  2. Misrepräsentationsstrohmann: Zitierungen ohne relevanten Kontext oder in einer Weise, dass sich der Kern der eigentlichen Aussage ändert.
  3. Verzerrungsstrohmann: Unangemessene Vereinfachung, unangemessene Generalisierung oder Übertreibung eines oppositionellen Arguments.

Das Erstellen eines Strohmannes ist der Versuch, die andere Seite und deren Haltung als schwach darzustellen, indem deren Absichten, Ansichten und Argumente in abwertender Weise präsentiert werden. Danach werden jene schlechten Argumente bekämpft. Dies wird getan, weil es einfacher ist ein schlechtes Argument zu bekämpfen, als ein gutes.

Falsche Methode

Die Koronakrise ist auch eine Lektion in der Bedeutung der Methode. Was für das Verstehen der Natur des Virus Sarskov und der Erkrankung K19 während der Pandemie durch Behörden der meisten westlichen Länder angewendet wurde, ist Rationalismus auf Grundlage mathematizistischer Daten (Statistik). Was nicht angewendet wurde, ist z.B. ein holistisches (ganzheitliches) Menschenbild. Korona hat sich, wie wir in späteren Artikeln sehen werden, durch die Demographien, Varianten und Symptome als dynamistisch erwiesen. Jede Massnahme einer jeden Region hatte andere Auswirkungen auf Korona, und die Messresultate sind sehr schwer einzugrenzen. Das Messen erwies sich als kompliziert, weil stets Dinge nicht gemessen werden konnten, und das Nichtgemessene durch die dynamistische Natur des Phänomens stets unterschiedlich war. Dies ist allerdings für Epidemien und Pandemien generell wahr, selten sind sie jedoch derart beweglich und anpassungsfähig, wie z.B. durch die Unterschiede zwischen der Delta- und der Omikronvariante erkenntlich wurde. Der Rationalismus ist als Methode nicht die beste für medizinische Studien, aber es ist dies die Weltanschauung mit der bisher gründlichsten Erkenntnistheorie, und so wird der Raitonalismus heute für praktisch jede Wissenschaft ausserhalb der Geisteswissenschaften angewendet.

Dennoch scheint ein bedeutender Teil der Gefahrenanalyse zu Korona auf Daten zu bestehen, die folgendes Problem in sich tragen: was von Daten wiedergegeben wird, ist ein Vorurteil zugunsten des Vorhandenen. Das bedeutet, dass das Nichtvorhandene in den Daten tendentiell weniger beachtet und dadurch unterschätzt wird. Werden Studien nach den besten Standards der Statistik erstellt, so muss die Interpretation der Daten genügend ruhig geschehen, dass immer auch erkannt wird, was nicht gesagt wird. Das ist schwieriger als man denkt, besonders wenn die Zeit drängt, und man das Gefühl hat, sich keinen Fehler leisten zu können. In einer solchen Situation wird mit Massnahmen und Vorsicht lieber zu weit gegangen, als zu wenig weit. So kommen wir zu einem Widerspurch: in Statistik geübte Analysten interpretieren durch ihr Training die Realität, selbst dort wo sie offensichtlich ist, allein durch das Quantifizierbare 1, und nicht durch direkt vor einem befindliche Erscheinungen. Daten sollen das Reale ergänzen, wenn sie aber die Grundlage unseres Verständnisses des Realen ausmachen, wird all jenes ausgelassen, das sich schlecht oder gar nicht in Datenform darstellen lässt.

Falscher Umgang mit Vorurteilen

Das Wort ‘Vorurteil’ (‘Bias) hat einen sehr schlechten Ruf, ihm wird nachgesagt, dass es dort, wo es in der Praxis auftritt, die Sicht auf die Dinge verzerre. Das Vorurteil sollte jedoch als etwas verstanden werden, das unausweichlich ist, wo auch immer wir jeglichste Art von Kategorie anwenden. Wir haben als Erwachsene stets verschiedene Kategorien vor Augen, an die wir uns zum Verständnis der Welt gewöhnt haben, und die Dinge passen dazu oder sie tun es nicht. Wenn Erscheinungen nicht in unsere angewohnten Kategorien passen, so drückt man die Dinge in Kategorien, zu denen sie nicht passen, oder man verwirft sie als falsch, oder man passt die eigenen Kategorien an, oder man tut nichts und versucht die Widersprüche zu integrieren. Stellt man die Kategorien unter die, oder nach den, Erscheinungen, so sind wir nicht mehr beim Vorurteil, sondern beim einfachen Urteil. Dies ist die Induktion, oder das aposteriori Urteilen, das Urteil das nicht darüber spekuliert was wahrgenommen werden wird, sondern was auf das Wahrgenommene folgt.

Es lässt sich mit diesem Verständis um das Wort Vorurteil jenes in gute und in schlechte Vorurteile einteilen. Gute Vorurteile sind nützliche Kategorien, die sich von der Realität repräsentiert sehen. Es muss dies nicht bedeuten, dass sie für immer gute Vorurteile sein müssen, denn sie können durch sich ändernde Umstände auf einmal auch unangemessen werden. Schlechte Vorurteile sind hingegen jene, die unsere Sicht eingrenzen, und vom Realen, vom Idealen oder wovon auch immer, etwas wegnehmen. Das schlechte Vorurteil ist eines, das unserem Verständnis vom Wirklichen oder vom Wahren eingrenzt, anstatt uns zu dienen.

Unter Wissenschaftlern, wo Objektivität als ein hohes Gut angesehen wird, sind Vorurteile zu vermeiden. So verlassen sich Wissenschafter auf jene Methode, welche am unabhängigsten von Vorurteilen ist, und dies ist die Methode die sich von unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Vorurteilen gleichsam verifizieren lässt, dem empiristischen Mathematizismus – respektive in Beziehung gesetzte Daten. Das Problem das damit entsteht, ist, dass man sich nicht mit den Vorurteilen beschäftigt, sondern sich auf die Methode verlässt. Der falsche Umgang mit Vorurteilen führt so zu einer einseitigen Methode.

Falsche Auswahl

Die ‘falsche Auswahl’ ist eine häufige Ursache ‘kognitiver Dissonanz’. Die falsche Auswahl geschieht wiederum durch eine ‘Ankerung’ 2. Wer mehr über Denkfehler wissen möchte, findet unter diesem Link den Anfang einer längeren (nicht umfassenden) Auflistung.

Die falsche Auswahl ist eine der vielen Schwierigkeiten des Denkens, wo wir im Streben nach Resultaten unabsichtlich Kategorien erstellen, nach denen wir eine Untersuchung anstellen wollen. Was wir dann tatsächlich untersuchen, ist unser Talent Kategorien zu erstellen. Die falsche Auswahl ist ein Denkfehler, der sich bei Korona z.B. bei den Gentherapien gezeigt hat.

Falsche Vorstellungen

Axiomfehler

Ein Axiom ist eine Grundlage, auf dem alles aufbaut. Sie ist mehr als eine Annahme, eher etwas das so grundlegend ist, dass es nicht bewiesen oder widerlegt werden kann, oder aus anderen Gründen angenommen werden muss.

Die Axiomfehler betreffen bei Korona die Vorstellungen zum Wesen von Wahrheit. Wenn mit einer Gewissheit gesprochen werden will, so können bestimmte Dinge nicht angesprochen werden. Dies ist verständlich, denn man kann nicht immer in die Tiefen der Philosophie hinuntergraben, und bei Seinsfragen beginnen. Wenn aber Dinge gesagt werden, wie “die Wissenschaft ist hier festgelegt”, so öffnet man das Tor für Grundsatzfragen.

Wissenschaft ist nicht festgelegt, dies widerspricht den Grundsätzen von Wissenschaft. Es gibt Fragen, mit denen man sich nicht mehr sonderlich beschäftigt, weil sich auf höherer Ebene spezifischere Fragen finden, die untersucht werden wollen. Das Wesen der Wissenschaft hat die Eigenschaft, dass es sich nicht kümmert, was die Wissenschaft tut. Es verändert sich nicht, wenn die Wissenschaft etwas weiss, oder etwas nicht weiss. Es kümmert sich nicht darum, ob es für die Wissenschaft überhaupt wissbar ist, ob es beweisbar ist, ob es denkbar ist, all diese Dinge kümmern es nicht. Das Wissen kann sich nicht kümmern, und es liegt an uns, die richtigen Werkzeuge und die richtige Geistesverfassung zu bringen, wenn wir ein Thema studieren. Zu sagen, dass es “gefestigt” oder dergleichen sei, ist ein Hinweis auf eine Unsicherheit oder einen Glauben jener, die irgendwas durchsetzen wollen.

Prämissenfehler

Wo in einem Gedanken der Anfang gemacht wird, wird die Richtung vorgegeben, nach der alles Folgende geht. Manche Philosophen verbringen ihr ganzes Leben damit, den ‘richtigen’ Anfang zu finden, und es sind diese Vorhabungen etwas vom Tiefsinnigsten, das man lesen kann. Bei Korona wurde (in westlichen Ländern) der Anfang bei den Infektionszahlen gemacht, bei den Inzidenzen. Die Inzidenzen sind ein Vergleich neuer Ansteckungen relativ zu einem früheren Zeitpunkt, wie eine Woche, oder einem Monat. Als Ziel wurde definiert, auch wenn dies vielleicht nicht ausdrücklich gesagt wurde, dass die Infektionszahlen verringert werden sollten. Dies war der falsche Anfang, denn der Anfang hätte sein sollen, Hospitalisierungen zu verringern, nicht Infektionszahlen. Dies scheint vielleicht eine kleinliche oder nichtige Unterscheidung zu sein, da das eine zum anderen zu führen scheint, die Implikationen einer jeweiligen Grundannahme sind jedoch bedeutend. Dass die falsche Prämisse zu völlig anderen Massnahmen führte als eine bessere Prämisse, dass Massnahmen die Verringerung von Hospitalisierungsraten zum Ziel haben sollten, dies wird unter ‘Korona 09 Prävention und Behandlung’ näher betrachtet.

Falsche Vorstellungen zur Opposition

Ein leides Thema muss an dieser Stelle aufgewärmt werden. Es ist dies der ehemalige amerikanische Präsident Donald Trump. Er hat als eine Persönlichkeit einen gewaltigen Widerstand wie auch bedeutsame Unterstützung erfahren, und dies polarisierte die amerikanische Bevölkerung wie noch nie zuvor. Jeder Satz von ihm war in den Augen der Öffentlichkeit für die einen das Widersinnigste, für die anderen ein Gospel. Die daraus folgende Aufregung führte zu Schlüssen, die sich danach richteten, ob sie ihm und dessen Nonsens widersprachen, oder nicht. Die Schlüsse die zu Beginn von Korona von den Menschen gezogen wurden, leiten sich direkt davon ab, wie sie zu jenem Präsidenten standen. Je mehr sich ein Amerikaner gegen ihn wehrte, desto unausweichlicher war es, seine Aussagen als eine Ankerung zu verwenden, und alles Folgende darauf aufzubauen, besonders wenn man zu ihm in Opposition stand, er hatte eine solche suggestive Wirkung auf die Menschen. Von da aus wurde von amerikanischen Gesundheitsbehörden ausgefeilt, wie sich die Politik verhalten sollte, und dies wurde kurz danach von den Europäern übernommen, in vielen Fällen in noch extremer.

Demokratie, nicht Wissenschaft

In anderen Worten: Politik, nicht Wissenschaft.

Ein gravierendes, sehr weit verbreitetes Problem der Überlegungen zu Korona ist das ‘Ausmass der Risikominimierung’, das praktisch überall zu Schlüssen führte, die zwar vorgängig eine erhöhte Vorsicht bewirkte, jedoch während dem Ansteigen von Fallzahlen eine präzise Evaluation verhinderte (auch problematisch: Fallzahlen waren Infektionen, nicht Erkrankungen). Die Konsequenz waren und sind Übertreibungen durch die gesamte – auch wissenschaftliche – Literatur. Die Übertreibungen zu identifizieren ist mir zu viel, wodurch ich diese berücksichtigen muss, auch wenn es die Untersuchung verzerrt. Was ich jedoch anfügen kann, sind die Eindrücke jener Fachärzte, die persönlich erlebt haben, wie sich das Virus an ihren Patienten zeigte, und die in ihrer über Jahre angelernte diagnostische Methode einen kühlen Kopf bewahrten. Solche Eindrücke finden jedoch nicht den Weg in Studien, die unsere primäre Quelle sind, da sie als Anekdoten gewertet werden, neben allen anderen Anekdoten auf sozialen Medien, die sich finden.

Im politischen Denken findet sich unter jenen Politikern, die sich als das öffentliche Interesse vertretend sehen, der Anspruch an sich selbst, den Menschen etwas zu geben nach dem sich diese richten können. Ob das gut oder schlecht ist, kann ich nicht beantworten, es hat bis zu einem Punkt für den Menschen der Gegenwart bestimmt seine Berechtigung. Jedoch folgen daraus auch Massnahmen, die erstens dazwischen abwägen, was die Menschen sich wünschen, und was sie gebrauchen, und nicht z.B. danach, was dem einzelnen die Möglichkeit lässt, unabhängig von einer Gruppe oder Gemeinschaft für sich selbst Entscheidungen zu treffen. Zweitens geht der Fokus weg von den tatsächlichen Notwendigkeiten der Gesellschaft, hin zu den Wünschen einer ungefähren Mehrheit. Gerade in demokratischen Systemen versuchen sich pflichtbewusste Politiker eher danach zu richten, was die Bevölkerung als Ganzes am besten repräsentiert. Im Falle der Koronakrise gab es nun eine Vielzahl an Massnahmen, die aus jenem Willen entstanden, und nicht daraus, was von der Wissenschaft (kein einheitliches Ding) gesagt wurde. Dies ist daran zu erkennen, dass die Massnahmen weniger den wissenschaftlichen Ergebnissen nicht entsprechen, und mehr dem Willen der Mehrheit, respektive dem Willen jener extremen Haltung, die lautstärker ist. Die Prämissen passen sich dem ‘aktuellen Wissensstand’ an (Torpfostenverschieberei), die Ausrichtung einfacher Massnahmen wie Desinfektion und Maskentragen, scheinen hingegen in Granit gemeisselt. Es wurde wohl angenommen, dass als erstes das Sicherheitsgefühl der Menschen befriedigt werden müsse, selbst wenn die Massnahmen nicht allesamt notwendig waren, mit dem indirekten Vorteil, dass Sarskov entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse zusätzlich eingeschränkt werden könnte.

Es geht als Ganzes nicht darum, mit dem ‘Vorteil des Rückschlusses‘ zu belehren, sondern darum, die in der Gegenwart noch immer präsenten Massnahmen, die sich aus jenen falschen Prämissen ergaben, zu überdenken und abzuschaffen, und an deren Stelle Massnahmen zu gestalten, die dem Wohl der Menschen dienen, und ihnen bereits dort helfen, wo noch keine Spitaleinweisung notwendig ist, auf dass eine solche auch später nicht notwendig wird.

Falsche Schlüsse

Es finden sich mittlerweile unzählige Beispiele falscher Schlüsse, die sich aus beeilter Berichterstattung ergaben, welche im Schnitt aus wissenschaftlichen Kreisen in ihren Empfehlungen zu Vorurteilen verleitete, die sich später als falsch erwiesen. Die Vorurteile, die aus der Ungewissheit zu Beginn der Pandemie vorherrschten, verleiteten dazu, im Zweifelsfall lieber vom schlimmen Szanario auszugehen, um die Krise nicht zu unterschätzen. Ein solches Beispiel sind die ersten Daten zu Todesfällen in Wuhan anfangs 2020, welche die Situation weitaus schlimmer darstellten, als sie tatsächlich war. Dann kamen die Daten aus den italienischen Altersheimen (hier die nach unten korrigierten Daten in englisch, hier in italienisch), die Statistiken aus Tschechien usw. Darauf wird im nächsten Artikel näher eingegangen (Artikel 4, ‘Virus, Krankheit und Mortalität’) Die daraus resultierenden politischen Massnahmen blieben zumindest im deutschen Raum jedoch mehrheitlich bestehen, oder wurden weiter eskaliert. Von der ‘Infektion über Oberflächen’ und dem Händeschütteln, über der ‘Infektion über Aerosole’ und dem Maskentragen, bis hin zu den Impfzertifikaten und freiem Reisen, haben sich die Daten grundlegend geändert. Aus den rückblickend als falsch zu beurteilenden Schlüssen werden dann weitere falsche Schlüsse gezogen. So wurde und wird bis heute z.B. aus den positiven Implikationen durch Impfzertifikate fälschlicherweise geschlossen, dass jene Menschen ohne Zertifikate durch deren Restriktionen eine grössere Gefahr darstellen, als jene mit. Der Gedanke ist: warum dürfen Zertifizierte frei reisen und Nichtzertifizierte nicht, wenn von beiden ein ähnliches Risiko ausgehen würde? Der Grund sind Fehlschlüsse, die nicht erkannt, ignoriert oder nicht zugegeben werden. Die Themen Herdenschutz und natürliche Immunität wurden zugunsten des Durchimpfens im öffentlichen Dialog mehr oder weniger aufgegeben, andere Themen wie Prävention durch anderes als das Impfen, sowie Frühbehandlungen (vor der Hospitalisierung) wurden nie ernstlich erwogen (durch eine Palette schwer nachvollziehbarer Gründe).

Medien haben sich als unfähig erwiesen, die Aussagen der Wissenschaft nuanciert wiederzugeben, die Politiker haben sich als unfähig erwiesen, die groben Aussagen der Medien richtig zu interpretieren, und die Wissenschaftler haben sich als unfähig erwiesen, sich von den Politikern und deren Folgern abzugrenzen oder sie zu korrigieren. Und dann sind wir wieder bei den Medien, und wir haben ein Karussell sich ableitender Schweigsamkeit, Inkompetenz und schliesslich Verblendung, das sich mit jedem Nachrichtenzyklus verschlimmern würde, wenn nicht zwischendurch unabhängige Stimmen zu Wort kämen. All dies beginnt bei den falschen Prämissen, dem Loslaufen vor dem Reflektieren. Die richtige Reihenfolge ist: überlegen, reflektieren und prüfen, dann beschleunigen – nicht umgekehrt. Es ist ein Fehler den alle machen, die wenigsten bemerken, und die allerwenigsten im Wiederholungsfall zu vermeiden wissen.

Dokumente

Dokument 1.

Dokument 2.

Ein Dutzend neue Webseiten

Die Menge an Artikeln führt so langsam zu Unübersichtlichkeit. Aus diesem Grund habe ich zwölf neue Webseiten registriert, für jede Weltanschauung eine. Sie sind alle unter dem gleichen Länderkürzel zu finden: .me (Montenegro). Einfach die WA eingeben und .me anfügen, und die Webseite wird erscheinen, sobald ich sie alle aufgeschaltet habe, z.B. rationalismus.me (die erste die funktioniert, die anderen sind in den nächsten zwei Tagen aufgeschaltet).

Viel Vergnügen beim Lesen.

Diese neuen Seiten sind:

  1. Mathematizismus (MZM)
  2. Rationalismus (RAM)
  3. Idealismus (ILM)
  4. Psychismus (PCM)
  5. Pneumatismus (PTM)
  6. Spiritualismus (STM)
  7. Monadismus (MDM)
  8. Dynamismus (DMM)
  9. Realismus (REM)
  10. Phänomenalismus (PLM)
  11. Sensualismus (SSM)
  12. Materialismus (MLM)

weltanschauung.org – Erster Geburtstag!

Vor einem Jahr wurde diese Webseite begonnen, ohne aber von Beginn an ein bestimmtes Ziel zu haben. Während des Jahres sind jedoch einige Ziele definiert worden. Es wurde weiter eine Grundstruktur,nämlich die Aufteilung in Präsentation, Kontemplation und Kontention, eingerichtet, nach der alles Kommende strukturiert werden wird.

Auch wenn an Artikeln eigentlich noch sehr wenig vorhanden ist, ist mir dagegen immer deutlicher bewusst, wie viel Arbeit noch ansteht. Besonders in Kontention wird eine Unmenge an Material noch geschrieben werden müssen, wo sich bisher noch kaum etwas findet.

Das im Laufe des Jahres entstandene, realistische Ziel, vier Artikel pro Monat zu schreiben, wurde zwar übertroffen (es sind in den zwölf Monaten im Schnitt fast zwölf Artikel pro Monat entstanden), aber auch nur, weil die Artikel keines sonderlichen Aufwandes bedurften (oder ein solcher nicht erbracht wurde, was ich bedaure), und meist knapp gehalten wurden.

Ein anderes Ziel war die Beschäftigung mit den Grundlagen; d.h. die Rubrik Präsentation sollte für jeden Monat eine WA behandeln, und dazu ein Gedicht, ein Bild und eine Vorstellungsrunde erhalten. Da mir für Kontemplation jedoch mehr einfiel, und ich die Gedanken loswerden wollte, beschloss ich, die Präsentation auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, und stattdessen 1) Kontemplation etwas auszubauen, 2) einen Plan für Kontention zu erstellen, und 3) die Grundlagen für den Netzwerkeffekt auf sozialen Medien zu errichten.

Die Erfahrung auf sozialen Medien war mehrheitlich enttäuschend, und doch fanden sich einige Lichtblicke, nach denen ich mich richten werde.

Leser der Seite gibt es noch nicht viele, wobei das Bewerten des Erfolges für eine so junge Seite schwer zu beurteilen ist. In dem Jahr gab es ein Total von 9’000 Besuchern, und 40’000 Klicks, wobei das meiste davon jedoch von Stresstests, Sicherungsvorgängen und dergleichen Prozessen, denen ich die Seite unterwarf, kam. Echte Besucher schätze ich auf einige hundert, und Klicks auf wenige tausend. Das Wachstum von Webseiten ist bis zu einem Punkt meist exponentiell, den Zeitraum der Verdoppelung kann ich jedoch nicht genau bestimmen. Ich schätze, dass die Seite etwas mehr als ein halbes Jahr gebraucht, um die Besucheranzahl zu verdoppeln, und dass dies mit Aktivität auf Twitter stark beschleunigt werden könnte. Letzten Endes zählen die Zahlen jedoch weniger, da sie nur kurzfristige Anreize geben, und stattdessen die Qualität langfristig bestand halten soll.

Für das kommende Jahr war geplant, Präsentation in einem ersten Schritt abzuschliessen, und zu Kontemplation weiter zu gehen. Allerdings macht mir diese Zeitvorgabe keinen Spass, weil ich auf guten Grundlagen, oder gutem Boden stehen will, um Präsentation ordentlich abschliessen zu können. Da es mir mit dem Einfachsten, i.e. Präsentation, schwer fällt, die perfekten Worte zu finden, meine ich, die Reihenfolge vielleicht abändern zu wollen. Präsentation soll ein tiefes Verständnis ermöglichen. Präsentation soll eine Rubrik sein, in der man bei wiederholten Nachlesen immer wieder Neues findet. Wenn ich aber bei Präsentation beginne, und dann bei anderen Rubriken die Nuancen ausarbeite, wird Präsentation immer wieder angepasst werden müssen. So meine ich für den Moment am meisten Sinn in der Abfolge Kontemplation -> Kontention -> Präsentation zu sehen.

Bei Kontemplation die Gedanken fliessen lassen, bei Kontention Komplexität berücksichtigen, und dann zuletzt zu Präsentation, wo alles der anderen beiden in kurze, kräftige Sätze gefasst werden kann – so ist der Plan (für den Moment) für das zweite Jahr.

Ich freue mich auf das kommende Jahr, und hoffe, die Leserinnen und Leser weiter ohne Unterbruch mit originellen, bereichernden Artikeln rund um die zwölf Weltanschauungen versorgen zu können.

Gutes Lesen,

-steinerschüler

Gliederung von weltanschauung.org

Weil es rund um das Thema ‘Zwölf Weltanschauungen’ viele Fremdwörter gibt, welche hier in einer ganz bestimmten Weise verwendet werden, sind die Themen so gegliedert, dass man sich einlesen kann, ohne sich ständig mit irgendwelchen neuen Begriffen herumschlagen zu müssen. Es ist nicht zu vermeiden, dass Fremdworte verwendet werden, aber es finden sich oft sogleich Syonyme dazu aufgeführt. Das Ziel der Unterteilung der Artikel in schwierigere und einfachere, ist, dass nicht alle Fremdworte auf einmal auf einen zukommen, sondern nach und nach durch Kontext erlernt werden können.

Dafür finden sich grob drei Rubriken:

  1. Präsentation (PTT)
  2. Kontemplation (KPT)
  3. Kontention (KTT)

Präsentation verwendet nur die nötigsten Fremdworte, bei Kontemplation werden alle vorgestellt, und bei Kontention werden alle verwendet. Bei Präsentation steht die Verständlichkeit im Vordergrund, bei Kontention der Inhalt, und die Kontemplation ist zwischen den beiden anderen.

Präsentation soll eher künstlerisch sein, Kontemplation philosophisch, und Kontention intellektuell. Diese Seite wird aufgrund der Fähigkeiten (und Mängel) und Bildung des ‘steinerschülers’ den Anspruch an das Künstlerische eher erfüllen, als den an das Intellektuelle. Vielleicht werden sich in den Jahren in welchen diese Webseite entwickelt wird, jedoch Anthroposophen oder sonstige Denker finden, welche notwendige intellektuelle Begabungen eher mitbringen, und den nötigen Beitrag machen könnten.

Weiter finden sich neben den zwölf Weltanschauungen drei weitere Kategorien, welche die zwölf Weltanschauungen aufteilen. Wir haben im System der Weltanschauungen damit vier Kategorien:

  1. Anthropomorphismus (DAM)
  2. Seelentöne (DST)
  3. Visibilitätsstufen (DVS)
  4. Weltanschauungen (DWA)

Die Nummer in den Klammern weist darauf hin, wie sich jene Kategorien noch weiter aufteilen.

Weiter gibt es das Forum, in dem dereinst Diskussionen stattfinden können, wie das mit der einfachen Kommentarfunktion kaum möglich ist. Auch das Forum wird sich in bestimmter Weise gliedern, aber wie genau ist mangels Beiträgen noch nicht wichtig.

Orientierung

Auf dieser Webseite geht es um die dutzend Weltanschauungen. Formuliert wurden sie von Rudolf Steiner, und sie sind zu einem der mysteriösesten Teile der Anthroposophie geworden, der noch viel zu wenig Beachtung fand (was sich jedoch an verschiedenen Ecken zum Glück am ändern ist). Wer Hilfe braucht im Studium der DWA, soll sich melden. Ich helfe wie ich nur kann, ohne Gegenleistung.

Da es ein grosses Thema ist, wurde es hier in drei Rubriken aufgebrochen: Präsentation, Kontemplation und Kontention. Neue Leser können bei Präsentation beginnen, und sich dann nach und nach bis zur Kontention bewegen. Was diese drei Rubriken sind, wird in diesem Artikel kurz beschrieben.

Beim Schreiben über die WA lässt sich das Gefühl nicht abschütteln, dass es schwierig ist, gleichzeitig verständlich wie auch vollständig zu sein. So gebraucht es eine Unterteilung in verschiedene Bereiche: ein Studium durch den Besuch dieser Webseite soll dadurch einfach und generell beginnen, und gewisse Unklarheiten zulassen, und dann mehr und mehr an Komplexität und Anwendbarkeit gewinnen, und bei Kontention schliesslich wieder abstrakter werden. Deswegen werden Artikel hier in verschiedene Rubriken eingeteilt. Das Kontemplative (Rubriken Präsentation und Kontemplation) empfiehlt sich vor dem Deskriptiven (Rubrik Kontention) zu lesen.

Es finden sich so einige Begriffe direkt an den WA, wie die drei ‘Seelentöne’, die sieben ‘Visibilitätsstufen’ (respektive sieben ‘Philosophien’, bei Rudolf Steiner sieben ‘Weltanschauungs-Stimmungen’) mit deren jeweiligen Unterkategorien. Um nicht alles auf einmal aufnehmen zu müssen, kann man sich hier, auf dieser Seite, Zeit lassen, und sich mit den Begriffen, einen nach dem anderen, bekannt machen: man soll die WA erstmals passiv betrachten können und auf sich wirken lassen, ohne mit Lernkärtchen, Wörterbuch und einer Dose Ritalin sich durch eine Art Pflicht zwingen zu müssen. Das Projekt ist jedoch noch sehr jung – das meiste fehlt noch – wird aber laufend ergänzt. Die WA sind alles andere als eine Pflicht, und je mehr man sich mit ihnen beschäftigt, desto lebendiger werden sie. Das Interesse kommt mit der Zeit von sich aus, nur schon durch die Beschäftigung mit dem Thema. Und mit wachsendem Interesse an den WA kommen bald die WA selber, von sich aus, zu einem – was wieder zu mehr Interesse führt.

Lässt man sich auf die Idee der zwölf WA ein, so wird man sich zu Beginn vielleicht fragen, was denn an der Gegenwart, der gegenwärtigen Welt oder Gesellschaft, falsch ist, da sich scheinbar kaum irgendwo WA finden lassen. Mit der Zeit aber sieht man die WA mehr und mehr, bis man kaum etwas anderes mehr sieht – und auf einmal sind sie überall, und sie lassen sich nicht mehr wegdenken. Der Realismus ist für das gewöhnliche Leben z.B. diejenige WA, die einen immerzu anschaut und immer vor einem ist; andere WA wollen angeschaut werden verstecken sich aber (Spiritualismus), wieder andere müssen zwischendurch angeschaut werden (Idealismus). Das Dutzend wirkt in jeder Interaktion, in jedem Vorhaben, in jeder Erinnerung, man sieht sie an Gebäuden, an Gegenständen, an der Geschichte von Städten, Menschen, Natur, ja, man kann sogar meinen zu sehen, wie sie mancherorts auf eine bestimmte Zukunft hinweisen. Überall sind sie: im Allerkleinsten, wie auch in grossen, weltumspannenden Themen. Man kann sagen: da ist immer irgendwo Phänomen, und mit jedem Menschen begegnet einem Psyche – und mit jeder Sache die man in der Hand hält, hält man Materie in der Hand. Und das Gefühl der Sache in der Hand, ist der Sensualismus durch den Tastsinn, usw. Alle WA wirken zu jeder Zeit, überall, durch jeden Menschen. Es gibt keinen Zustand auf Erden, der ohne WA ist.

Man wird an einem gewissen Punkt die WA nicht mehr nur in sich nachklingen lassen können, sondern man wird instinktiv versuchen, sie in den Schriften unterschiedlichster Autoren auszumachen, man wird sich vielleicht an Goethe, Schiller und was oder wen man damals sonst noch so gelesen hat oder am lesen ist, erinnern, und ihnen bestimmte WA zuweisen wollen. Man wird sich darin unweigerlich irren, sämtliche Vermutungen über Bord werfen, nur um zu realisieren, dass man noch viel zu verstehen hat, und in Sachen WA wohl noch viel tiefer gehen kann (ein Erlebnis das sich zumindest mir häufig aufdrängt). Solche Erlebnisse sollen freuen, nicht entmutigen.

Es wird von einigen bestimmt Zurückhaltung verlangen, den Kaninchenbau der WA nicht in Ungeduld stets weiter erforschen zu gehen, um alles noch Un- oder Missverstandene aufzuklären und ordnen zu können. Das ist ein guter Instinkt, denn die Welt will verstanden werden. So lasse man die WA teilhaben, aber man muss sich auch Pausen gönnen.

Das Teilhaben beginnt dort, wo man die eigene WA versteht und erkennt. Und hier, in dieser kleinen, äusseren Ecke des Internets, soll sich für einen jeden sowohl ein Weg zu der eigenen WA finden, wie auch ein scharfer Blick für all die WA in der Welt ausbilden lassen.

Viel Vernügen!

Literatur zu den WA

Bis zum Zeitpunkt dieses Artikels wurde ein Grundlagewerk veröffentlicht, sowie drei beschreibende Bücher zum Thema.

Danach werden Bücher aufgeführt, welche zwar wichtiges über WA, teilweise unabhängig von den ‘zwölf ‘ WA, zu sagen haben, ohne dafür die Bedingung zu haben, sich auf Begriff WA beziehen zu müssen.


Rudolf Steiner

Das Grundlagewerk ist das Buch “Der menschliche und der kosmische Gedanke“, eine Sammlung von vier Vorträgen Rudolf Steiners.


Sigismund von Gleich

Das erste darauf aufbauende Buch ist ein Buch von Sigismund von Gleich, mit dem Titel “Die Wahrheit als Gesamtumfang aller Weltansichten“. Es ist nicht ein Werk, wo versucht wird, die WA methodisch voneinander zu unterscheiden und abzugrenzen. Es gibt einem keine Bilder, es ist stattdessen ein hohes intellektuelles Werk. Viel mehr als das eine vom anderen abzugrenzen, versucht es in besonnener, rücksichtsvoller Art beim Leser ein Gefühl für die WA zu entwickeln, indem sich Von Gleich durch ein Umkreisen verschiedener Denker den WA behutsam annähert, und die Gedanken dieser Denker dann jeweils verschiedenen WA zuteilt.


Mario Betti

Das zweite darauf folgende Buch ist ein Buch von Mario Betti, mit dem Titel “Zwölf Wege die Welt zu verstehen“. Ein persönliches und sehr sympathisches Werk. In manchen Kapiteln wird das ganze Arsenal ‘anthroposophischer’ Sprache ausgenutzt, was für Nicht-Anthroposophen teils vielleicht etwas schwer verständlich ist. In anderen Kapiteln wird sehr anschaulich geschrieben. Es scheint wie ein Versuch, die teils schwer greifbare Arbeit von Von Gleich etwas auf einen festen Boden zu holen.


Corinna und Ralf Gleide

Das dritte darauf folgende Buch ist ein Buch von Corinna und Ralf Gleide, mit dem Titel “Der Sternenhimmel der Vernunft“. Was damit gemeint ist, sind die zwölf Sternzeichen, von welchen jedes einer WA zugewiesen werden kann. Das Paar wechselt einander ergänzend zwischen den WA ab, Corinna beginnend mit dem Spiritualismus, Ralf daran mit dem Pneumatismus folgend usw. Es ist ein kleines Buch, das dadurch zwischen Vollständigkeit und Verständlichkeit eine Brücke schlagen muss. Für seine Grösse ist es sehr zu empfehlen!


Pierre Alizé

Ein vierter Autor, der sich nicht auf die WA konzentriert, sondern diese nutzt, um seine Naturphilosophie mit den notwendigen Begriffen zu untermauern, ist ein in der Schweiz lebender Denker und Praktiker mit einem unvergleichlich feinen Gespür für das Wesen von Naturvorgängen (theistischer, gnostizistischer Phänomenalismus), der unter dem Pseudonym Pierre Alizé der modernen Wissenschaft Vorschläge unterbreitet, wie sie methodisch anders an das Wirkliche heran gehen sollte, als sie es bis jetzt tut. Die Hauptfrage, an der er so intensiv wie geduldig arbeitet, ist, wie eine das Wahre wiedergebende Grundmethode aussehen könnte (seltener: wie sie aussehen sollte). Sein bisher grösstes Werk lautet: “Seid ihr nicht müde von den irrtümlichen Vorstellungen? Oder von den Paradoxien in der modernen Wissenschaft“. Weitere Werke sind bereits erschienen, andere sind noch in Arbeit. Die Grammatik wird zurzeit komplett überarbeitet, es lohnt sich, auf die Neuauflagen zu warten.

Er möchte in aller modernen Wissenschaft einen sogenannten Paradigmenwechsel bewirken.


Karl Jaspers

Hier muss auch der sich von der Psychologie zur Philosophie gewandte Denker Karl Jaspers aufgeführt werden, auch wenn er nichts zu den 12WA schrieb, und es sehr unwahrscheinlich ist, dass er von diesen wusste. Sein Buch “Psychologie der Weltanschauungen” aus seinem Gesamtwerk, ist für seinen eigenen weltanschaulichen Wandel stellvertretend. Es finden sich auch einige günstigere Ausgaben von dieser tiefsinnigen und, wenn Kritikern geglaubt werden will, etwas schräg im Gesamtwerk stehenden Schrift. Plus: In der Einleitung des Buches findet sich vom Herausgeber über etwa vierzig Seiten eine gute Zusammenfassung der Geschichte des Weltanschauungsbegriffs.



Leitspruch / Methode / Ziel

Leitspruch

“Omnia Ad Unum” ist in den Grabstein von Gottfried Leibniz eingrafiert, es bedeutet “Alles (bezieht sich) auf das Eine”.

Erstens kann man sich die Null als ‘transzendente Zahl’, und damit als etwas, das über den Begriff ‘Zahl’ hinaus geht, denken. Dadurch hat man in der Null eine Art Unendlichkeit. Nach Leibniz stand die Null für das Nichts und die Eins für Gott, auf jenem Grabstein umkreist die Null die Eins. So kann man sich die Beziehung der Null und der Eins als Erstes denken.

Zweitens kann man sich Gott, oder das Ursprünglichste, als das Allesumfassende denken, und so umfasst Gott jenes, das jeden Widerspruch in sich vereinigen kann, und jenes von Gott Umfasste stellt für sich die Wahrheit dar. Nach diesem Bild ist Wahrheit umgeben von einem höchsten Göttlichen.

Drittens schliesslich sind die WA neben dem Menschen ‘nicht erfassbare Grösse’, und damit aus der Sicht des Menschen unendlich. So umkreisen die WA nach diesem Bild den Menschen, der darinnen die Eins, das zukünftige Göttliche (siehe Erstens), darstellt.

So hat man erstens Gott umgeben vom Nichts, zweitens hat man Wahrheit umgeben vom Göttlichen, und drittens hat man den Menschen innerhalb der zwölf Teile der Wahrheit.

Nach diesen drei Gedanken soll “Omnia Ad Unum” der Leitspruch der zwölf Weltanschauungen sein.

‘Pluralis Modestiae’ oder ‘Pluralis Auctoris’, auf weltanschauung.org etwas zu häufig verwendete Form, wären beide etwas antiklimaktisch gewesen.

Methode

Für Kontemplation: Das Ziel ist hier nicht das Rechthaben; Artikel sollen (speziell bei Kontemplation) inhaltlich so gut wie möglich, nicht abgeschlossene Thesen sein, und so wird mit neuen Gedanken oder Definitionen immer wieder Älteres ergänzt. Weniger werden mit neuen Begriffen redundante Abschnitte oder Artikel entfernt, eine Entfernung war aber für manche schon angebracht. So manche falsche Gedankengänge werden, um dem Gang des Gedankens folgen zu können, stehen gelassen (mit der Erklärung, was falsch war), sofern dies nicht zu Verwirrung führt. Unter Kontemplation werden Fehler gemacht, und es wird mit Gedanken gespielt.

Sind Meinungen so dargestellt, als wären es Wahrheiten, so dient eine solche Darstellung dennoch einem Ausprobieren, und ist weniger abgeschlossen, als es scheinen mag. Bei jeder deutlichen Meinung sucht sich gleichzeitig die Befreiung von selbiger. Wird hier z.B. ein bedingungsloses Grundeinkommen kritisiert, so findet sich dazu gleichzeitig der Wunsch, ein solches Grundeinkommen irgendwie bestätigt zu bekommen. Da ist der Wunsch, in der Kritik widerlegt zu werden. Solches widerlegt-werden-Wollen geschieht für die Leser im Hintergrund, aber es geschieht, und es sind stets einige dutzend Artikel mit diesem Bestreben im Entwurf – bezüglich Grundeinkommen z.B. findet sich seit einiger Zeit ein Artikel zum Thema ‘Allmend’, der jedoch voller unwichtiger Dinge ist, und keinen zentralen Gedanken ausbilden konnte, folglich auch noch nicht veröffentlicht wurde, und seit Monaten in den Entwürfen herumlungert, ohne richtig betrachtet zu werden. Solche Entwürfe werden irgendwann komplett gelöscht, und ein kleiner, einfacher, auf den Kern bezogener Artikel tritt dereinst an dessen Stelle. So jedenfalls geschah es mit einer Anzahl anderer Entwürfe.

Es gibt kein Thema, zu dem mit zusätzlicher Recherche oder zusätzlichem geistigem Aufwand nicht zu einer anderen Meinung gelangt werden kann. Der Idealismus verteilt gerne Ohrfeigen, wenn man zu zuversichtlich ist. Irren ist nicht nur menschlich, es ist immer. Jede Haltung oder Meinung ist bei genügend genauer Betrachtung ein Irren – ob durch Einseitigkeit, sprachlicher Ungenauigkeit, unbekannter Gedanken, kontraintuitiver Realität usw, ‘irren ist immer’. Dennoch muss irgendann ein Punkt gemacht werden, und trotz des Wissens um die Unvollständigkeit der Gedanken etwas gesagt werden, und sei dies nur um es später überwinden zu können.

Das ganze Projekt (‘WAP’) scheint in seiner Entwicklung stets zwei Schritte nach vorne, und einen zurück zu sein, weil immer wieder Fehler auftreten, oder durch eine Wissenslücke falsche Begriffe verwendet werden, oder Begriffe misrepräsentiert werden. Ein dutzend Weltanschauungen ist nicht gleich einem dutzend Sprachen: es ist einige dutzend Sprachen pro Weltanschauung. Aus dem Grund sollte das WAP eigentlich ein gemeinschaftliches Projekt sein, etwas, das eines Tages vielleicht realisiert werden kann. Ein Beispiel hierzu ist die Unterscheidung zwischen ‘Wort’ und ‘Begriff’, und wie in der Philosophie oder Linguistik ein Unterschied gemacht wird: während das Wort aus Silben besteht die ausgesprochen und geschrieben werden können, und bestimmten Regeln seiner Sprache unterliegt, und sich in bestimmter Weise von den anderen Worten derselben Sprache unterscheidet, und in andere Sprachen übersetzt werden kann, hat der Begriff ganz andere Eigenschaften und Aufgaben. Der Begriff ist der Sinn hinter dem Wort, er ist eine Idee, die sich durch Worte, stets mit gewissen Kompromissen, in etwas formen lässt, das durch die Sprache mitgeteilt werden kann. Als mir der Unterschied bewusst wurde, musste ich die bisherige Arbeit nach Stellen durchsuchen, wo die zwei synonym (gleichsam) und per Zufall verwendet wurden. Kürzlich (Juni ’22) hatte ich dieses frustrierende Erlebnis mit dem Wort ‘Politik‘, das etwas ist, das wir in der Gegenwart nicht kennen – und schon müssen etliche Artikel (und hunderte Tweets) noch einmal angeschaut werden.

Die Darstellung der Zwölf WA soll in drei separaten Teilen geschehen: einmal möglichst einfach (Präsentation), einmal reflektiert (Kontemplation), und zuletzt so komplex wie für den Inhalt auch immer nötig (Kontention). Dennoch haben unverständliche Artikel wenig wert, und sollten so weit bearbeitet werden, bis sie verständlich geworden sind.

Für Präsentation soll das Verständnis im Vordergrund stehen, für Kontemplation die kunstvolle, philosophische, bewegliche Darstellung, und für Kontention die möglichst evidenzorientierte, möglichst widerlegbare These (was für WA wie Pneumatismus, Spiritualismus und dergleichen, am ehesten mit logischen Schlüssen und Entsprechendem umzusetzen ist).

Ziel

Das Ziel dieser Webseite ist der Versuch einer öffentlichen Darstellung des Prinzips der Zwölf Weltanschauungen, wie von Rudolf Steiner entworfen, und wie von ihm in knapp vier kleineren Vorträgen skizziert. Es geht hier weder darum, Steiner zu verehren, noch geht es darum, ihn zu kritisieren. Es geht weiter nicht darum, das Verständnis des Betreibers von weltanschauung.org zu den Zwölf WA vom Verständnis der Zwölf WA einer anderen Person oder Gruppe abzugrenzen. Es werden leider auch nicht alle WA gleicherart berücksichtigt, da es für manche WA je nach Mensch mehr Überwindung braucht, sich mit deren Inhalten zu beschäftigen (mir persönlich ist der Sensualismus am Absurdesten und der logistizistische Pneumatismus am Nächsten – dennoch akzeptiere ich beide gleichermassen unter den DWA).

Nachdem gesagt wurde, worum es nicht geht, sei nun gesagt, worum es geht. Es geht hier erstens darum, die zwölf Weltanschauungen so zu lehren, dass die zu einem fremden Weltanschauungen nicht mehr etwas Unerreichbares sind, sondern schon mit wenigen richtigen Gedanken auf einmal ganz leicht darin verstanden werden, was in der Gegenwart eben nicht verstanden wird. Man betrachte die Weltanschauungen als eigene ‘Sprachen’, wobei aber jede den Platz mit elf anderen teilen muss. Was sie sagen, mag manchmal widersprüchlich scheinen, ist es aber nicht – die vereinigenden Sprachen, wie Deutsch oder Französisch, sind nur zu allgemein, zu durchlässig für alles, um einer spezialisierten WA gerecht werden zu können. Es ist für die interaktiven Sprachen der Völker und Länder jedoch notwendig, sich allgemein zu halten, um nicht die eine oder die andere WA auszuschliessen.

Von da aus, mit diesem Bild im Bewusstsein, wollen zweitens dann die einzelnen WA näher betrachtet werden, und mit der angemessenen Geduld soll mit einer der vielen WA-Universalsprachen der Gegenwart (Deutsch) das Wesen, die Inhalte und das Wirken der verschiedenen einzelnen WA erforscht werden.

Hat man sich ein Verständnis über einzelne WA errungen, kommt das Dritte zum Zuge, und das ist der verständnisvolle Austausch unter den WA, das eigentliche Ziel dieses Projekts. Oppositionelle WA-Vertreter sollen um die Existenz ihrer Opposition wissen, und nicht mehr von deren Gedankengängen überrascht werden, und ob all der Missverständnisse, welche als Absurditäten empfunden werden, fassungslos dastehen. Oppositionelle WA-Vertreter reden ohne das Wissen um die WA einander vorbei, ohne dass sie im Geringsten verstehen, wie dies geschieht. Verstehen sie um ihre Unfähigkeit die Opposition zu verstehen, wird man in den Menschen demütigere WA-Vertreter haben, welche nicht mehr einen alleinigen Anspruch auf alles Wissen behaupten werden wollen.

Zusammenfassend geht es erstens um das Verstehen des WAP, zweitens um das Verstehen einzelner WA, und drittens um das Verstehen der Grenzen der ‘eigenen’ WA, und die Möglichkeiten der oppositionellen WA im WAP.

Dieses sind die Ziele dieses WA-Projekts.

Der Nutzen der WA für die Anthroposophie

Ich sehe die Anthroposophie lieber als ein Rahmen und ein Werkzeug, der dem individuellen Menschen eine ungefähre Richtung weist, in die er forschen kann. Weniger gerne sehe ich die Anthroposophie als ein Rahmen für ein Kollektiv, in dem sich Gleichgesinnte sammeln.

Ich sehe in den WA ein Ausweg aus einer Anthroposophie, die nicht so recht weiss, wohin es gehen soll, und die tendentiell gerne nur Altes, bereits Gesagtes wiederholt. Ich sehe in den WA eine Verbreiterung der Möglichkeiten des Forschens in allen Bereichen, ein Weg zum selbstständigen – von unerreichbaren Denkern unabhängigen – Denken, ohne Angst haben zu müssen, relativ zu Steiner oder anderen grossen Persönlichkeiten in der Erkenntnissuche zu versagen. Die WA haben für jeden Menschen etwas, und egal wie klug und bedacht man auch sein mag, man wird sich in den WA gewaltig irren, weil für jede WA gilt, dass man sich auch mit den besten Gedanken irgendwann auf das Terrain einer fremden WA begeben, und dort kläglich hinfallen wird. In jedem Irrtum lernt man nicht nur etwas über die Fülle der WA, man hat oft auch ein Erlebnis von Selbsterkenntnis.

Die WA sind ein unendlicher Spielplatz, auf dem alles zu finden, alles auszuprobieren ist. Man wird merken, dass dieses einem zusagt, und man mit jenem nichts anfangen kann. Man kann sich in der gesamten Spanne der Philosophie tummeln, mit Husserl, Schopenhauer, Schelling und vielen anderen, und die WA helfen einem, sich in etwa orientieren zu können. Je mehr man sich mit der Hilfe der WA in der Welt der verschiedensten Ideen verschiedener WA bewegt, desto einfacher fällt es einem mit der Zeit, sich selbstständiger darin zu bewegen, und wenn man es richtig macht, braucht man ab einem bestimmten Punkt überhaupt keine Hilfe mehr, und man ist in einem gewissen Sinne frei geworden, im Denken.

Vielleicht können die WA der Anthroposophie ausserhalb der Praxis einen neuen Dynamismus verleihen.